Ein Planet heißt rückläufig – lateinisch retrograd –, wenn er sich von der Erde aus gesehen rückwärts durch den Tierkreis zu bewegen scheint. Tatsächlich ändert kein Planet seine Bahnrichtung.
Astronomischer Hintergrund
Die scheinbare Umkehr entsteht, weil Erde und Planet mit unterschiedlicher Geschwindigkeit um die Sonne laufen. Überholt die schnellere Erde einen äußeren Planeten, wirkt dieser vor dem Sternenhintergrund kurzzeitig rückläufig – ähnlich wie ein überholter Zug scheinbar zurückfährt. Sonne und Mond werden nie rückläufig.
Astrologische Deutung
Rückläufige Phasen gelten als Zeiten der Wiederholung und Überprüfung statt des Neuanfangs. Am bekanntesten ist der rückläufige Merkur, der drei- bis viermal jährlich für etwa drei Wochen auftritt und mit Missverständnissen und Verzögerungen in Verbindung gebracht wird.
Ehrlich betrachtet
Für einen Zusammenhang zwischen rückläufigen Planeten und gehäuften technischen Störungen gibt es keinen Nachweis. Wer die Phase als Anlass nimmt, Verträge noch einmal zu lesen, verliert dabei allerdings nichts.
