Was die Mondphasen beschreiben

Der Mond leuchtet nicht selbst. Was wir sehen, ist Sonnenlicht auf seiner Oberfläche, und wie viel davon uns erreicht, hängt allein davon ab, wie Sonne, Erde und Mond zueinander stehen. Aus diesem Winkel ergibt sich die Phase – nicht aus einem Schatten der Erde, wie oft angenommen wird. Der fällt nur bei einer Mondfinsternis auf den Mond, und die ist ein seltenes Ereignis.

Ein Umlauf, vier Marken

Vom Neumond bis zum nächsten Neumond vergehen rund neunundzwanzigeinhalb Tage. Bei Neumond steht der Mond zwischen Erde und Sonne; seine beleuchtete Seite zeigt von uns weg, und er ist unsichtbar. Bei Vollmond steht er der Sonne gegenüber und wir sehen die volle Scheibe. Dazwischen liegen die beiden Halbmonde, die Astronomen erstes und letztes Viertel nennen – obwohl man dabei eine Hälfte sieht. Gemeint ist das Viertel des Umlaufs, nicht der Anteil der Scheibe.

Zunehmend oder abnehmend erkennen

Auf der Nordhalbkugel gilt eine einfache Regel: Ist die Sichel wie ein a gebogen, nimmt der Mond ab. Sieht sie aus wie der Bogen eines z, nimmt er zu. Südlich des Äquators ist es umgekehrt, weil der Mond dort gewissermaßen auf dem Kopf steht.

Was die Astrologie daraus macht

In der astrologischen Tradition steht der zunehmende Mond für Aufbau und Beginn, der abnehmende für Abschluss und Loslassen. Neumond gilt als Zeitpunkt für Vorhaben, Vollmond als Zeitpunkt, an dem etwas sichtbar wird.

Belegen lässt sich davon nichts. Untersuchungen zu Schlaf, Geburtenzahlen und Unfallstatistiken haben wiederholt nach einem Mondeinfluss gesucht und keinen gefunden, der über den Zufall hinausgeht. Wer das anders darstellt, geht über den Stand der Forschung hinaus.

Warum der Zyklus trotzdem nützlich ist

Weil er ein Takt ist, den man sehen kann. Vier Wochen sind eine brauchbare Länge, um etwas anzufangen und zu prüfen, ob es trägt. Ein Mondkalender liefert diesen Takt kostenlos und ohne Erinnerung im Telefon. Dass der Mond dabei nichts bewirkt, macht den Rhythmus nicht wertlos – es verschiebt nur, wem die Wirkung zuzuschreiben ist.

Der Mond im Geburtshoroskop

Damit nicht zu verwechseln ist der Mondstand im eigenen Horoskop. Der beschreibt nicht die Phase, sondern das Zeichen, in dem der Mond bei deiner Geburt stand. Er wechselt etwa alle zweieinhalb Tage. Ohne Geburtszeit rechnen wir auf zwölf Uhr mittags, und weil der Mond rund dreizehn Grad am Tag zurücklegt, kann sein Zeichen dann danebenliegen.

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